Sprechkompetenzförderung, interkulturelles Lernen und Medienbildung: Fremdsprachenstudierende entwickeln KI-gestĂŒtzte Virtual-Reality-Lernszenarien
Laufzeit: Oktober 2026 – September 2027 Förderung: StudienqualitĂ€tsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz UniversitĂ€t Hannover) Fördersumme: 12.800 âŹ
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Der Seminarraum als Start-up. Die Studierenden als Learning Experience Designer. Eine gemeinsame Vision: die Entwicklung einer KI-gestĂŒtzten App zur Sprechkompetenzförderung in Virtual Reality.
ÂżUna ficciĂłn? Hasta Steve Jobs empezĂł en un garajeâŠ
Die geplante Lehrveranstaltung, die wissenschaftlich evaluiert wird, verbindet Fremdsprachendidaktik, problembasiertes und projektorientiertes Lernen sowie Entrepreneurship Education. Mittels Design Thinking entwickeln die Teilnehmenden theoriegeleitet und praxisorientiert eine echte VR-Applikation fĂŒr den Spanischunterricht.
Parallel zur didaktisch-methodischen Konzeption im Seminar wird die VR-KI-Anwendung von einer externen Informatikerin technisch umgesetzt. Der so entstehende Prototyp wird wiederum im Seminar gemeinsam erprobt, evaluiert sowie auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse iterativ weiterentwickelt.
Neben fachdidaktischen und technologischen Kompetenzen fördert die Lehrveranstaltung insbesondere Future Skills. Die Studierenden erwerben die FÀhigkeit, konkrete Herausforderungen der Unterrichtspraxis zu identifizieren, lernendenorientierte LösungsansÀtze zu entwickeln und innovative Unterrichtsmaterialien zu gestalten.
Der VR-Prototyp wird nachfolgend in Schulen pilotiert und wissenschaftliche evaluiert.
WÂČ â Immersives Fremdsprachenlernen mit XR und KI
Laufzeit: ab SoSe 2026 Co-Antragstellerin: Julian Webb Mit ihrem Projekt âWÂČ â Immersives Fremdsprachenlernen mit XR und KIâ erhalten Dr. Jennifer Wengler (PI) und Julian Webb im SoSe 2026 eine Förderung des NiedersĂ€chsischen Ministeriums fĂŒr Wissenschaft und Kultur (Projekt: LIFT). UnterstĂŒtzt wird das Vorhaben durch das Dezernat Forschung und EU-HochschulbĂŒro, Technologietransfer sowie die hannoverimpuls GmbH.
Das Projekt widmet sich der Entwicklung innovativer Lernumgebungen zur Förderung fremdsprachlicher Kommunikationskompetenz. Im Mittelpunkt stehen immersive Ăbungsszenarien, in denen mĂŒndliche Kommunikation in realitĂ€tsnahen Situationen erprobt werden kann.
Laufzeit: September 2024 – September 2025 Co-Antragstellerin: Dr. des. Natascha Rempel Förderung: StudienqualitĂ€tsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz UniversitĂ€t Hannover) Fördersumme: 26.439 âŹ
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Beyond Wor(l)ds 360° – Jenseits von Worten, jenseits von (Fach-)Grenzen globales literarisches Lernen mit Virtual Reality und 360°-Szenarien anbahnen? Teilaspekten dieser Frage ging die Lehrveranstaltung âTravesĂas transareales – exploraciones virtuales: Reisen, Transfer und Migration in spanischsprachigen TextVRelten und 360°â im Rahmen des LSE-geförderten und fachbereichsĂŒbergreifenden Projektes âGrenzĂŒberschreitungen: Reisen und Migration durch Literatur und Virtuelle RealitĂ€t erfahrbar machenâ im SoSe 2024 anhand des Themenkomplexes âMigrationâ nach. Vorabergebnisse der lehrveranstaltungsbegleitenden wissenschaftlichen Erhebung zeigen, dass (Lehramts-) Studierende die Verzahnung von Literaturwissenschaft und Virtual Reality (VR) als furchtbare Symbiose erachten und in der erweiterten Text- bzw. Themenrezeption methodisches Potenzial fĂŒr die Fremdsprachendidaktik im universitĂ€ren und ebenso im schulischen Kontext erkennen. Auch die informellen Kommentare der Studierenden im Kontext der durchgefĂŒhrten literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltung geben ein Ă€hnliches Meinungsbild wieder: Virtual Reality kann, so die Annahmen der Studierenden, die PerspektivĂŒbernahme und EmpathiefĂ€higkeit von Fremdsprachenlernenden fördern und landeskundliche und kulturspezifische Kontexte durch virtuelle Projektionen in 360°-Szenarien als Einzel- und Gemeinschafts- erlebnis greifbarer werden lassen â besonders dann, wenn dem Seminar keine Mittel zur DurchfĂŒhrung von Exkursionen zur VerfĂŒgung stehen.
So konnte im Kontext des literaturwissenschaftlichen Seminars durch die Verbindung von unterschiedlichen diasporischen Literaturen mit VR-Kontexten das Interesse der Studierenden fĂŒr verschiedene spanischsprachige Kulturen und fĂŒr die DiversitĂ€t der spanischsprachigen Welt geweckt werden. Durch das multimodale Aufzeigen von Konflikten anhand des Themas Migration wurden die Studierenden ebenfalls besonders intensiv fĂŒr historisch gewachsene Ungleichheitsstrukturen, die bis in die Gegenwart ausstrahlen, sensibilisiert. Neben der Seminarkonzeption, die auf eine interkulturelle, digitale und literarĂ€sthetische Kompetenzförderung abzielt, ermöglicht vor allem die praxisorientierte Studienleistung, sich mit Konflikten der Gegenwart facettenreich analytisch auseinanderzusetzen. In Form einer kĂŒnstlerischen Projektarbeit fertigen die Studierenden in Gruppen ein eigenes 360°-Video auf Grundlage eines literarischen Textes zum Thema Migration an. Diese Form der kĂŒnstlerischen (weiterfĂŒhrenden) (Text-)Bearbeitung schult das Bewusstsein der Studierenden fĂŒr die Produktion und Rezeption von (digitaler) Kunst und Literatur, in diesem Fall von VR-Welten. Die Möglichkeit VR-Welten ausgehend von ihrem literarischen Wissen zu kreieren und zu erforschen, fĂŒhrt den Studierenden in der kreativen Bearbeitung gleichzeitig die AktualitĂ€t und Signifikanz der in den Texten verhandelten Themen sowie die Notwendigkeit der Förderung von interkultureller Kompetenz vor Augen. Von der Idee bis zum Ergebnis wird durch die Konzipierung von VR-Welten nicht nur verstĂ€rkt die KreativitĂ€t und das eigenstĂ€ndige (experimentelle) Arbeiten der Studierenden gefördert, sondern auch eine kritische Bewusstseinsbildung fĂŒr das Wahrnehmen und Dekonstruieren von lebensweltlichen Ungleichheiten ausgebildet.
Aus diesem Grund soll das Seminarthema aus dem SoSe 2024 (Migration und Migrationserfahrungen), welches nicht nur fĂŒr die Literaturwissenschaft und Didaktik, sondern fĂŒr die gesamte Gesellschaft relevant ist, in einem erneut zwischen der Literatur- und Kulturwissenschaft und der Spanischdidaktik angesiedelten Folgeprojekt weitergefĂŒhrt und ausgebaut werden. WĂ€hrend der konzeptuelle Schwerpunkt in dem laufenden Projekt primĂ€r auf dem inter- und transkulturellen Lernen und der Erfahrung von (traumatischer) Flucht und Neuanfang lag, soll das Folgeprojekt eine erweiterte Perspektive auf Krisen und Herausforderungen der Gegenwart im Sinne der Global Citizenship Education bzw. des Globalen Lernens eröffnen.
Globales Lernen ist ein Bildungskonzept, welches sich besonders seit den 1990er Jahren im deutschsprachigen Raum verbreitet und sich mit SchlĂŒsselfragen unserer Zeit befasst (Bildung 2030). Zentralen Einfluss hatte sicherlich auch die lateinamerikanische Kritische PĂ€dagogik, vornehmlich geprĂ€gt durch Paulo Freire (vgl. u. a. Freire 2021).
Mit ,Globalem Lernenâ ist die Hoffnung verbunden, antirassistische und diskriminierungskritische Bildung im Sinne einer gerechteren globalen, wertegeleiteten Gemeinschaft zu fördern (Carpus e.V. 2021: 10, vgl. auch Agenda Bildung 2030). Globales Lernen zielt somit auf eine Form von Bildung ab, die im Angesicht globaler ökologischer, politischer und gesellschaftlicher Krisen und all ihrer KomplexitĂ€ten Lernende zur Mitgestaltung einer nachhaltigeren und friedvollen Zukunft befĂ€higt (ebd.: 12). Im Rahmen des Globalen Lernens werden Macht- und HerrschaftsverhĂ€ltnisse, die Verteilung von Rechten und Ressourcen sowie Mechanismen von Markt und Handel kritisch hinterfragt, kontrovers diskutiert und reflektiert (Carpus e.V. 2021: 11-12). Globales Lernen und seine Erweiterung in Form der Global Citizenship Education stellen einen Aspekt der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele im Weltaktionsprogramm âBildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung (BNE)â der UNESCO (Ziel 4.7 âSustainable development and global citizenshipâ) dar (Bildung 2030, Carpus e.V. 2021: 11). BNE wiederum ist in der Nachhaltigkeitsagenda der Bundesrepublik Deutschland als Zieldimension fĂŒr die
schulische Bildung sowie fĂŒr die Lehrerausbildung verankert (BMBF 2021) und so auch im Erlass âBildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung (BNE)â in Niedersachsen (MK Niedersachsen 2021). Jene angesprochenen thematischen und diskursiven Aushandlungsprozesse spielen nicht nur fĂŒr den modernen Fremdsprachenunterricht eine ĂŒbergeordnete Rolle, sondern finden auch in Form fiktiver Wirklichkeitsauseinandersetzungen in literarischen Texten und kĂŒnstlerischen Produktionen sowie hispanischer und internationaler Protestbewegungen Niederschlag. Insofern erscheint es folgerichtig und bedarfsorientiert, ein Nachfolgeprojekt am Romanischen Seminar zu etablieren, das diversitĂ€tssensibles, machtkritisches und politisches Bewusstsein im Sinne des Global Citizenship und der 17 Nachhaltigkeitsziele am Beispiel literarischer bzw. kĂŒnstlerisch-aktivistischer Produktionen fördert. Erneut wird dabei die fruchtbare Verbindung zwischen Literaturwissenschaft und Didaktik mittels Virtual Reality gesucht. Regionale Kontexte sollen in globalen ZusammenhĂ€ngen beleuchtet und immersiv erfahrbar werden, z. B. Frauenrechte und GeschlechterdiversitĂ€t in Lateinamerika, Diskriminierung indigener und afrodeszendenter Bevölkerung, Menschenrechte und die kritische Aufarbeitung des kolonialen Erbes in der Karibik, Friedensbestrebungen und Konfliktlösungen in Kolumbien, interkontinentale Migration, Pressefreiheit oder (Neo-)Extraktivismus in Lateinamerika etc.
Als Medium, das der Entwicklung von Empathie, PerspektivĂŒbernahme und PrĂ€senzerleben zutrĂ€glich ist, ermöglicht Virtual Reality dieses immersive Eintauchen in derartige KonfliktrĂ€ume â ein Effekt, den sich dieses Projekt erneut zunutze machen will. Die Verzahnung von Literatur und virtueller RealitĂ€t kann das Globale Lernen von angehenden LehrkrĂ€ften im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Seminars handlungsorientiert fördern. Ăber die Textanalyse hinaus werden durch die multimediale VR-Rezeption MachtverhĂ€ltnisse erfahrbar gemacht und im nĂ€chsten Schritt plurikulturelle, literarĂ€sthetische und digitale Kompetenzen im Sinne des Kerncurriculums umfassend geschult. DafĂŒr nĂ€hern sich die Studierenden mithilfe von virtueller RealitĂ€t (VR-Brillen und 360°-Kameras) ĂŒber die Textdiskussion hinaus unterschiedlichen glokalen Kontexten und (Text-)Welten kreativ an. Die literarische bzw. filmische und digitale Handlungskompetenz der Studierenden werden im Rahmen eines eigenen, kreativen Projektes geschult. Die Teilnehmenden des Seminars nutzen die Methode des erweiterten Digital Storytelling (vgl. Wengler 2020, 2023), um literarische Texte mithilfe von 360°-Kameras in Kleingruppen in Form einer Projektarbeit rĂ€umlich zu inszenieren und so die literarisch verhandelten Konflikte fĂŒr den Kurs greifbarer werden zu lassen. Vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Krisen kann so noch spezifischer (neo-)kolonialen Macht- und Ausbeutungsstrukturen und den Ursachen von Migrationstendenzen begegnet werden, indem verschiedene Diskriminierungsformen (race, ethnicity, gender, class, health) unter Bezug auf lateinamerikanische Kulturtheorie (Exner/Rath 2015) betrachtet werden.
Dabei soll auch der Frage nach dem Potential von digitalen Medien zur Stimmergreifung, Sichtbarmachung sowie Vergemeinschaftung und Teilhabe unterschiedlicher Akteur:innen und deren Signifikanz fĂŒr Diasporagemeinschaften (Brinkerhoff 2009) nachgegangen werden. So wird der dem Projekt zugrunde liegende Literaturbegriff verstĂ€rkt hin zu digitalen Formaten geöffnet und auch der Frage nach einer erweiterten ErschlieĂung kĂŒnstlerischer Produktionen mittels digitaler Tools, die Exploration und KreativitĂ€t mit fachspezifischer Analyse zusammenfĂŒhren, nachgegangen â beyond wor(l)ds.
[Bildung 2030=] Bildung 2030. Plattform fĂŒr Globales Lernen und Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklung. (Im Auftrag des Ăsterreichischen Bundesministeriums fĂŒr Klimaschutz, Umwelt, Energie, MobilitĂ€t, Innovation und Technologie) (o.J.), âWas ist Globales Lernen?â, https://bildung2030.at/globales- lernen/was-ist-globales-lernen/.
[BMBF 2021=] Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung (2021): âBerliner ErklĂ€rung zur Bildung fĂŒr nachhaltige Entwicklungâ, https://www.bne-portal.de/bne/shareddocs/downloads/files/Berliner_ ErklĂ€rung_barrierefrei.pdf?__blob=publicationFile&v=7.
Brinkerhoff, Jennifer (2009): Digital Diasporas: Identity and Transnational Engagement. Cambridge: Cambridge University Press.
(BNE) an öffentlichen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen sowie Schulen in freier TrĂ€gerschaft. RdErl. d. MK v. 1.3.2021 – Az. 23.5 80009/ 1 -VORIS 22410 ââ, https://www. mk.niedersachsen.de/download/165832/BNE-Erlass_Niedersachsen.pdf.
Wengler, Jennifer (2020). âMit Digital Storytelling kritisches Denken fördern und fĂŒr den Umweltschutz sensibilisierenâ. In: französisch heute (51/4), 5-10.
Wengler, Jennifer (2023). âDigital Storytelling: Potenziale fĂŒr den Spanischunterrichtâ. In: BĂ€r, Marcus; Arriagada, Melanie; Gropper, Alexander (Hrsg.): DiĂĄlogos en el aula â Digitales Lehren und Lernen als Schnittstelle fĂŒr die Kompetenzförderung im Spanischunterricht (=Romanische Sprachen und ihre Didaktik). Stuttgart: Ibidem, 209-234.
Laufzeit: MĂ€rz 2024 – August 2024 Co-Antragstellerin: Dr. des. Natascha Rempel Förderung: StudienqualitĂ€tsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz UniversitĂ€t Hannover) Fördersumme: 7.740 âŹ
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Die Themen Einwanderung und (illegale) GrenzĂŒberschreitungen bestimmen gegenwĂ€rtige Debatten im In- und Ausland und scheinen eine internationale Wertegemeinschaft, welche von zahlreichen transarealen Konflikten herausgefordert wird, tief zu spalten. Weltweit werden Demokratien von anwachsenden nationalistischen und rechtspopulistischen Gruppierungen herausgefordert, welche ideologisch und rhetorisch Hass schĂŒren und âFremdenâ-Feindlichkeit verbreiten. Dem will dieses Projekt entgegenwirken. Auch Lateinamerika und die Karibik sind Regionen, die seit der Kolonialisierung von unterschiedlichen Zirkulationsprozessen und anhaltenden Machtasymmetrien geprĂ€gt wurden (vgl. Jelin/Motta/Costa 2018, vgl. auch Eguren RodrĂguez 2020), welche bis heute die LebensrĂ€ume vieler Menschen bestimmen. Armut und Gewalt, politische und wirtschaftliche Krisen, Verfolgung oder Chancenungleichheit aufgrund von race, gender, politischer oder religiöser Einstellung treiben Menschen fern legaler Auswanderung zur illegalen inter- und transkontinentalen Migration an (vgl. Amnesty 2020, 2022, vgl. auch Mayblin/Turner 2021). Statistiken (vgl. UNESCO 2019, IDB/OECD 2021) tĂ€uschen oft darĂŒber hinweg, dass sich hinter den erhobenen Daten meist tragische individuelle oder kollektive Schicksale verbergen: Menschen in Not, die fĂŒr die Hoffnung auf ein besseres Leben bereit sind, unvorstellbare Gefahren auf sich zu nehmen. Auf einem langen Weg werden vielen von ihnen durch (non-)verbale, teils strukturelle Gewalt Rechte und MenschenwĂŒrde genommen. Im Fokus der geplanten Lehrveranstaltung der Literatur- und Kulturwissenschaft mit Workshopcharakter (âTravesĂas transareales – exploraciones virtuales: Reisen, Transfer und Migration in spanischsprachigen TextVRelten und 360°â [Arbeitstitel], Rempel SoSe 24) stehen kĂŒnstlerische Produktionen des 20. und 21. Jhs. verschiedener spanischsprachiger Regionen, welche Raum-, Reise-, Grenz- und Migrationserlebnisse thematisch in den Fokus nehmen und damit die Geschichten hinter ebenjenen empirischen Zahlen sichtbar werden lassen. Die kĂŒnstlerischen Auseinandersetzungen mit dem Zeitgeschehen bespiegeln Konflikte rĂ€umlicher Bewegungen âvon imaginierter Reise ĂŒber Fluchterlebnisse bis hin zu NeuanfĂ€ngenâ und eröffnen Diskurs- und ErinnerungsrĂ€ume jenseits einer nationalen oder dominierenden, eurozentrischen Perspektive. Im Gesamten zeichnen sich diese Literaturen durch einen hohen Immersionscharakter aus. Sie fördern Empathie und PerspektivĂŒbernahme und bieten daher gleichermaĂen groĂes Potenzial fĂŒr den modernen Fremdsprachenunterricht, in welchem Themenkomplexe wie Globalisierung und Migration eine wichtige Rolle spielen, ebenso die Förderung inter- bzw. transkultureller und literarĂ€sthetischer Kompetenzen. Besonders in den neuen Bildungsstandards wird der Förderung plurikultureller, literarĂ€sthetischer und fremdsprachenspezifischer digitaler Kompetenzen eine ĂŒbergeordnete Rolle zu teil (vgl. KMK 2023), deren Förderung das geplante Projekt bereits in der Lehramtsausbildung von Spanischstudierenden sinnvoll zu verknĂŒpfen sucht. Das Seminar wird dabei auf eine transareale Textauswahl zurĂŒckgreifen, um die Studierenden nicht nur fĂŒr ZusammenhĂ€nge ausgewĂ€hlter Regionen der spanischsprachigen Welt, sondern mit Blick auf unterschiedliche Diasporakulturen, auch fĂŒr die DiversitĂ€t der hispanischen Literatur zu sensibilisieren. Auch Virtual Reality (VR) ist ein Medium, das der Entwicklung von Empathie und PerspektivĂŒbernahme Ă€uĂerst zutrĂ€glich ist, weswegen es in den KĂŒnsten, Medien und Museen immer öfter zum Einsatz kommt (vgl. z. B. das Kunst- und Forschungsprojekt Wearable Theatre der FH St. Pölten). Das immersive Eintauchen in fremde Orte mittels VR kann zu einem so ausgeprĂ€gten rĂ€umlichen PrĂ€senzerleben fĂŒhren, dass Rezipient:innen glauben, sie wĂ€ren tatsĂ€chlich vor Ort gewesen (vgl. Ergebnisse aus dem durch LSE-SQM-geförderten VR-Projekts von Jennifer Wengler, 2022) â ein Effekt, den sich dieses Projekt zunutze machen will. Die Verzahnung von Literatur und Virtueller RealitĂ€t erscheint als folgerichtiger Schritt, um ĂŒbergeordnete Lernziele von angehenden LehrkrĂ€ften im Rahmen eines literaturwissenschaftlichen Seminars handlungsorientiert zu erreichen. Das Projekt nimmt sich dabei zum Ziel, kulturpolitische, literarische und digitale Bildung zu verbinden, indem unterschiedliche Kontexte, historisches und landeskundliches Wissen mit Theorien und Methoden der Postcolonial Studies, der Migrations- und Raumforschung der Literatur- und Kulturwissenschaften mit digitalen Methoden der TexterschlieĂung und -interpretation verbunden werden. Stereotype und Diskriminierungsformen sollen durch eine derartige Kompetenzschulung (plurikulturell, literarĂ€sthetisch, digital) umfassend dekonstruiert werden. DafĂŒr nĂ€hern sich die Studierenden mithilfe von virtueller RealitĂ€t (VR-Brillen und 360°-Kameras) ĂŒber die Textdiskussion hinaus unterschiedlichen kulturellen Kontexten und (Text-)Welten kreativ an. Mittels ausgewĂ€hlter digitaler VR- und 360°-Medien werden in literarischen Texten prĂ€sentierte Szenarien, RĂ€ume oder Konflikte begehbar und erfahrbar gemacht. In der virtuellen RealitĂ€t erleben die Studierenden literarische Ereignisse nach und werden so fĂŒr die BeweggrĂŒnde und HĂŒrden unterschiedlicher Migrationsmotive sensibilisiert. Die affektiven Bewegungen durch den virtuellen Raum erweitern die Imaginationskraft der Studierenden und fördern inhaltlichen und interkulturellen Transfer, der fĂŒr ihren zukĂŒnftigen Spanischunterricht unabdingbar ist, da jedes Klassenzimmer ein multikultureller Ort des Austauschs auf Augenhöhe sein sollte. Ferner soll die literarische bzw. filmische und digitale Handlungskompetenz der Studierenden im Rahmen eines eigenen, kreativen Projektes geschult und Multiliteracies (vgl. Becker/Blell 2018, Matz/Wilden 2016) gefördert werden. Die Teilnehmenden des Seminars nutzen die Methode des erweiterten Digital Storytelling (vgl. Wengler 2020, 2023), um literarische Texte mithilfe von 360°-Kameras in Kleingruppen in Form einer Projektarbeit rĂ€umlich zu inszenieren und so (eigene oder die literarischen) Migrationsgeschichten fĂŒr den Kurs erlebbar werden zu lassen. Diese Projektarbeit greift in praktischer Verkehrung auf ihre Vorkenntnisse der Filmanalyse zurĂŒck und kann nachweislich die Motivation und Lernfreude erhöhen (vgl. Becker/Blell 2018, Wengler 2023), denn âVR- Storytelling wirkt dabei wie ein VerstĂ€rker fĂŒr Immersion und Empathieâ (Wintersberger et al., o.J.). Die studentischen Werke sollen wiederum im Kontext des Lehrveranstaltungsabschluss mittels VR-Brillen rezipiert, reflektiert und literarisch analysiert werden. Die entstandenen Arbeiten sollen auf dem YouTube-Kanal des Romanischen Seminars und einer eigens zu erstellenden 360°-Projekthomepage veröffentlicht und als Open Educational Ressource fĂŒr den Spanischunterricht langfristig zugĂ€nglich gemacht werden. Gleichzeitig sollen durch diese Projektkooperation zwischen den Fachbereichen Literaturwissenschaft und Didaktik und der damit einhergehenden praxisorientierten Verzahnung von Fachwissenschaften und Didaktik in den LehramtsstudiengĂ€ngen Methoden- und ForschungslĂŒcken geschlossen werden. So mangelt es z.B. innerhalb der Literaturwissenschaft an digitalem know-how und Ressourcen fĂŒr mixed-methods-AnsĂ€tze. Anders herum mangelt es besonders an VR-Inhalten fĂŒr den fremdsprachlichen Unterricht zur Schulung literarĂ€sthetischer Kompetenzen, wie das im Jahr 2022 geförderte VR-Projekt von J. Wengler belegen konnte (vgl. Wengler in Vorb.), sodass eigene VR-Medien mit Bezug zum Spanischunterricht entwickelt werden mĂŒssen, was das Projektseminar anzustoĂen sucht. Im Mittelpunkt steht, angelehnt an das Kunst- und Forschungsprojekt Wearable Theatre der FH St. Pölten âdie Wechselwirkung der emotionalen RealitĂ€t der [Studierenden] mit den (literarischen) Erfahrungswelten sowie die entsprechenden Auswirkungen auf den User, […] wobei das traditionelle Storytelling in ein immersives VR Erlebnis transformiert wirdâ (Wintersberger et al. o.J., vgl. auch Weiss o.J.). Die Ergebnisse des Projektes sollen als Best-Practice-Beispiel fĂŒr die Hochschullehre veröffentlicht und als Implikationen fĂŒr die schulische Auseinandersetzung mit Literatur in Zeiten voranschreitender DigitalitĂ€t propagiert werden.
Amnesty International (2020). Amerika 2019. Kein gutes Jahr fĂŒr das Recht auf Asyl und die Versammlungsfreiheit: https://www.amnesty.de/allgemein/pressemitteilung/nord-und-suedamerika-amerikas- 2019-kein-gutes-jahr-fuer-das-recht-auf
Becker, C.; Blell, G. (2018). Multimedia Narratives â Digital Storytelling and Multiliteracies. In: Anglistik 29 (1), 129 â 143.
IDB/OECD (2021). Migration flows in Latin America and in the Caribbean. Statistics of Permits of Migrants: https://publications.iadb.org/publications/english/viewer/Migration-Flows-in-Latin-America-and-the- Caribbean-Statistics-on-Permits-for-Migrants.pdf
(KMK=) Kultusministerkonferenz (2023). Bildungsstandards fĂŒr die erste Fremdsprache (Englisch/Französisch) fĂŒr den Ersten Schulabschluss und den Mittleren Schulabschluss. (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 15.10.2004 und vom 04.12.2003 i.d.F. vom 22.06.2023). https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_ beschluesse/2023/2023_06_22-Bista-ESA-MSA-ErsteFremdsprache.pdf.
Jelin, E.; Motta, R.; Costa, S. (2018). Global Entangled Inequalities. Conceptual Debates and Evidence from Latin America, New York: Routledge.
Matz, F.; Wilden, E. (2016). âDie Entwicklung narrativer und audiovisueller Kompetenzen durch selbsterstellte Videoclips: (Multi-)Literacies PĂ€dagogik im Fremdsprachenunterricht.â In: Blell, G.; Becker, C.; Rössler, A. (Hg.): Web 2.0 und komplexe Kompetenzaufgaben im Fremdsprachenunterricht, Frankfurt am Main: Peter Lang, 187â202.
Mayblin, L.; Turner, J. (2021). Migration studies and colonialism, Cambridge, Medford: Polity Press. UNESCO (2019): Resumen del Informe de Seguimiento de la EducaciĂłn en el Mundo 2019: MigraciĂłn, desplazamiento y educaciĂłn: Construyendo puentes, no muros, ParĂs: UNESCO Digital Library. Weiss, M. J. (o.J.). Die Untersuchung von 360° VR fĂŒr literarische Stoffe und Konzeption eines theatralen Genres: https://wearabletheatre.fhstp.ac.at/vr-story/.
Wengler, J. (2020). âMit Digital Storytelling kritisches Denken fördern und fĂŒr den Umweltschutz sensibilisierenâ. In: französisch heute (51/4), 5-10.
Wengler, J. (2023). âDigital Storytelling: Potenziale fĂŒr den Spanischunterrichtâ. In: BĂ€r, Marcus; Arriagada, Melanie; Gropper, Alexander (Hrsg.): DiĂĄlogos en el aula â Digitales Lehren und Lernen als Schnittstelle fĂŒr die Kompetenzförderung im Spanischunterricht (=Romanische Sprachen und ihre Didaktik), Stuttgart: Ibidem, 209-234.
Wengler, J. (in Vorb.). âEinschĂ€tzungen von Lehramtsstudierenden zu Augmented und Virtual Reality als Medium im Fremdsprachenunterricht Spanischâ. In: Franke, Manuela; Höfler, Elke; Lachmund, Anne-Marie: Spanischunterricht ÂĄÂżdigital?! Inter@aktion, InterdisziplinaritĂ€t, IntertextualitĂ€t im Blick, Berlin: Frank & Timme.
Wintersberger, M., Weiss, M. J., Holmes, C. R., Wagensommerer, T., Munk, C., Vogt, G., KĂŒhn, U., & PĂŒringer, J. (o.J.). Wearable Theatre. The Art of Immersive Storytelling. https://wearabletheatre.fhstp.ac.at/ projektbeschreibung/.
Natural Language Processing im Fremdsprachenunterricht: Potenziale, Grenzen, Risiken und Auswirkungen am Beispiel von ChatGPT
Laufzeit: September 2023 – Februar 2025 Förderung: StudienqualitĂ€tsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz UniversitĂ€t Hannover) Fördersumme: 12.500 âŹ
Der von OpenAI entwickelte Chatbot basiert auf dem Sprachmodell GPT (generative pre-trained transformer), welches mittels maschinellen Lernens trainiert wurde, natĂŒrliche Sprache kontextgebunden zu verstehen und zu generieren. ChatGPT erlangte dank seiner bemerkenswerten FĂ€higkeiten, realistische Kommunikation in diversen Sprachen zu simulieren, innerhalb weniger Tage nach Veröffentlichung weltweite Aufmerksamkeit. WĂ€hrend die einen enorme Potenziale fĂŒr das Lernen und den Unterricht sehen und von einer Revolution im Klassenzimmer sprechen, befĂŒrchten andere, dass ChatGPT lediglich zum TĂ€uschen verwendet werden könnte und mancherorts wurde es daher vorsorglich in Schulen verboten (vgl. Davis 2023). Erste fachdidaktische Veröffentlichungen demonstrieren, dass textbasierte Dialogsysteme wie ChatGPT nicht nur das Potenzial haben, das Fremdsprachenlernen zu bereichern, sondern bestimmte TĂ€tigkeiten effizienter und mit besserer QualitĂ€t zu verrichten in der Lage sind als SchĂŒler:innen nach mehreren Lernjahren (Wengler 2023, in Vorb.). LehrkrĂ€fte brauchen immer hĂ€ufiger gute Argumente, wenn Lernende die Schulung funktionaler kommunikativer Kompetenzen und sprachlicher Mittel in Frage stellen, weil digitale Tools mĂŒndliche und schriftliche Transfers in die Fremdsprache (und zwar jedwede) sicherer und schneller beherrschen als sie selbst. So konstatiert KrĂŒger (2019), dass wir den SchĂŒler:innen eine Antwort auf die Frage schuldig seien, warum eigentlich noch selbststĂ€ndig fremdsprachliche Texte verfasst werden mĂŒssen. Auch in der wissenschaftlichen Fachcommunity wurde eine gewisse âBedrohungslageâ erkannt: Dieser enorme Entwicklungssprung der KI gefĂ€hrdet den institutionellen Fremdsprachenunterricht nachhaltig, weil er dazu fĂŒhrt, dass Sprachbarrieren abgebaut und basale KommunikationsfĂ€higkeit â hĂ€ufig das in der RealitĂ€t des schulischen Unterrichts der 2. und 3. Fremdsprache realistischste Ziel am Ende eines Kurses â in einer oder mehreren Fremdsprachen durch EchtzeitĂŒbersetzungsprogramme oder Ăbersetzungsplattformen möglich sind. (GrĂŒnewald 2019: 80) Zuweilen wird nun sogar der schulische Fremdsprachenunterricht (besonders der TertiĂ€rsprachen) als Ganzes in Frage gestellt (vgl. SWR 2023). Es ist daher angeraten, die Tragweite in Form von Potenzialen, Grenzen und Risiken von ChatGPT fĂŒr den Fremdsprachenunterricht gemeinsam mit angehenden LehrkrĂ€ften systematisch zu untersuchen. Im WiSe 2023/24 und SoSe 2024 wird das Seminar âChatGPT im Spanischunterricht: Potenziale und Grenzenâ im Aufbaumodul Didaktik abgehalten werden. Neben einer theoretischen EinfĂŒhrung in NLP/Computerlinguistik und ihren Einsatzszenarien (unter Beteiligung des Instituts fĂŒr kĂŒnstliche Intelligenz der LUH) widmen sich die Studierenden mittels projektorientierten Lernens theoretisch und praktisch den Chancen, Grenzen und Risiken von ChatGPT im Fremdsprachenunterricht insbesondere in Bezug auf
das (digitale) Schreiben und die Schreibkompetenzförderung,
das (digitale) Lesen und die Lesekompetenzförderung,
die Sprachmittlung,
die Förderung interkultureller kommunikativer Kompetenz besonders im Bereich Pragmatik (Sprachbewusstheit),
die Vermittlung und den Erwerb sprachlicher Mittel,
die Text- und Medienkompetenz,
die Förderung von Lernstrategien und Sprachlernkompetenz und
die Differenzierung und Diklusion (âdigitale Inklusionâ, vgl. Schulz 2018).
Es wird von den Studierenden unter Einsatz von ChatGPT erprobt, in welchem Umfang das System Wissen und Können von SchĂŒler:innen unterstĂŒtzen oder sogar ersetzen kann und in Bezug auf welche Kompetenzen die kĂŒnstliche Intelligenz dem Menschen nach wie vor unterlegen ist. (Anzunehmen ist dies u.a. fĂŒr interkulturelle kommunikative Kompetenzen und Pragmatik (Arriagada, 2023; Wengler, 2023, in Vorb.)). Das Seminar dient so der Identifizierung von durch ChatGPT âbedrohtenâ, aber auch weiterhin notwendigen (und nicht oder nur schwerlich ersetzbaren) fremdsprachlichen Kompetenzen und der Reflexion der Bedeutung dieser Ergebnisse fĂŒr den Fremdsprachenunterricht als Ganzes; sodass im Anschluss des Kurses Implikationen fĂŒr die Zukunft des Fremdsprachenunterrichts in Zeiten voranschreitender DigitalitĂ€t von Kultur und Gesellschaft gezogen werden können und sollen. Ein darauf aufbauendes Anliegen zielt insofern auch auf die Entwicklung zeitgemĂ€Ăer Aufgaben- und PrĂŒfungsformate, um die weiterhin bestehende Alltags- und Lebensweltrelevanz von Fremdsprachenkenntnissen zu unterstreichen. Es folgt ein vertiefendes Aufbauseminar im WiSe 2025 mit Schwerpunkt Schreibkompetenz.
Arriagada, M. (2023): PragmĂĄtica prĂĄctica para una clase intercultural II/II: LĂmites y posibilidades de los traductores autĂłmaticos de voz para el aprendizaje de los actos de habla en español-alemĂĄn. In Hispanorama, 180, 8â10.
Davis, A. (2023): ChatGPT banned in WA public schools in time for start of school year. Australian Broadcasting Corporation, https://www.abc.net.au/news/2023-01-30/chatgpt-to-be-banned-from-wa-public-schools-amid-cheating-fears/101905616 (Zugriff am 22.05.2023).
GrĂŒnewald, A. (2019): Digitaler Wandel â Warum ĂŒberhaupt noch Fremdsprachen in der Schule lernen? In Eva Burwitz-Melzer, Claudia Riemer, & Lars Schmelter (Hrsg.), Das Lehren und Lernen von Fremd- und Zweitsprachen im digitalen Wandel Arbeitspapiere der 39. FrĂŒhjahrskonferenz zur Erforschung des Fremdsprachenunterrichts. Narr Francke Attempto, 80â89.
KrĂŒger, J. (2019): Neue Entwicklungen im Spanischunterricht in NRW. (Vortrag, 09.02.2019). Encuentro HispĂĄnico 2019, Hilden: Deutscher Spanischlehrerverband. Bezugnehmend darauf: https://rp-online.de/nrw/staedte/hilden/landesverband-der-spanisch-lehrer-tagt-in-hilden_aid-36667447 (Zugriff am 22.05.2023).
Schulz, L. (2018): Digitale Medien im Bereich Inklusion. In LĂŒtje-Klose, B., Riecke-Baulecke, T. & Werning, R. (Hrsg.), Basiswissen Lehrerbildung: Inklusion in Schule und Unterricht, Grundlagen in der SonderpĂ€dagogik. Klett/Kallmeyer, 344â367.
Wengler, J. (2023): Chance oder Auslaufmodell? Neue Perspektiven fĂŒr das Schreiben in Zeiten der DigitalitĂ€t. In Der Fremdsprachliche Unterricht Französisch, 181, 2â11.
Wengler, J. (in Vorb.): ÂĄLa mediaciĂłn ha muerto!, ÂĄviva la mediaciĂłn! Sprachmittlung in Zeiten automatisierter Textgenerierung. In Der Fremdsprachliche Unterricht Spanisch, 84.
Virtual und Augmented Reality und ihre Potenziale fĂŒr den Spanischunterricht
Laufzeit: MĂ€rz 2022 â September 2023 Förderung: StudienqualitĂ€tsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz UniversitĂ€t Hannover) Fördersumme: 8.200 âŹ
Immerhin 5 % der deutschen 12- bis 19-JĂ€hrigen nutzt bereits (die noch relativ teuren) Virtual-Reality-Brillen in der Freizeit (mpfs 2018: 58). Dies spiegelt nicht annĂ€hernd die globale Entwicklung im Virtual Reality-Bereich wider. Der Absatzmarkt von Augmented Reality (AR)- und Virtual Reality (VR)-Produkten hat sich in den letzten Jahren um ein Vielfaches vergröĂert. WĂ€hrend er im Jahr 2019 mit rund 20 Milliarden Dollar beziffert werden konnte, werden fĂŒr das Jahr 2024 GröĂenordnungen von rund 300 Milliarden Dollar erwartet (Statista 2021). WĂ€hrend AR- und VR-Anwendungen im Industrie- und Wirtschaftsbereich bereits eine feste GröĂe darstellen, steckt das Ausloten ihrer Möglichkeiten fĂŒr den Bildungsbereich noch in den Kinderschuhen. Dementsprechend liegen bisher kaum Forschungsergebnisse zum Potenzial von Augmented und Virtual Reality fĂŒr den Fremdsprachenunterricht im deutschsprachigen Raum vor und auch unterrichtspraktische VorschlĂ€ge sind eher selten. VR und AR speziell im Unterricht der romanischen Sprachen wurden bisher kaum in den Blick genommen. Ziel der geplanten Lehrveranstaltung âVirtual und Augmented Reality im Spanischunterrichtâ im Aufbaumodul Didaktik im Masterstudiengang âLehramtâ ist es, geeignete immersive AR- und VR-Programme und Lernumgebungen fĂŒr den Fremdsprachenunterricht zu identifizieren, lerntheoretisch zu analysieren und insbesondere fĂŒr den Spanischunterricht sinnvolle AR- und VR-Aufgaben- und Lernformate selbst zu gestalten und so dem Strategiepapier âBildung in der digitalen Weltâ der Kultusministerkonferenz hinsichtlich der Lehrer*innenbildung gerecht zu werden. Die Lehrveranstaltung wird darĂŒber hinaus wissenschaftlich begleitet. Zum einen sollen die Studierenden ihre eigene Kompetenzentwicklung im Verlauf des Semesters evaluieren. Dabei werden zudem subjektive Einstellungen hinsichtlich AR- und VR-Lernumgebungen longitudinal erfasst. Auch affektiv-motivationale und physiologische Komponenten werden in der Befragung berĂŒcksichtigt. Weiterhin soll das didaktische Potenzial von VR- und AR-Anwendungen aus Sicht der Teilnehmenden erhoben werden. Die Datenerhebungen werden simultan an der Leibniz UniversitĂ€t und an der UniversitĂ€t Bremen (Teilprojekt Bremen) durchgefĂŒhrt. Die Forschungsdaten werden nach Abschluss der Erhebungsphase zusammengefĂŒhrt und gemeinsam ausgewertet. So werden insbesondere Unterschiede in der Bewertung differierender technischer Systeme und ihrer Potenziale fĂŒr den Fremdsprachenunterricht in das Blickfeld gerĂŒckt, sodass im Anschluss zum einen praxisrelevante Empfehlungen fĂŒr LehrkrĂ€fte, zum anderen die Formulierung von Forschungsdesiderata möglich sein werden, um weitere Projekte im Bereich VR und AR in der Fremdsprachenforschung anzustoĂen.
_____________________________________________________________________________ (mpfs=) MedienpĂ€dagogischer Forschungsverbund SĂŒdwest (2018): JIM-Studie 2018. Jugend, Information, Medien: Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-JĂ€hriger. Online unter https://www.mpfs.de/fileadmin/files/Studien/JIM/2018/Studie/JIM2018_Gesamt.pdf.
Seit 2017 beschĂ€ftige ich mich insbesondere im Rahmen meiner Lehrveranstaltungen mit der Produktion und Nutzung von Videos im Fremdsprachenunterricht. Die Produktion und Rezeption von Lernvideos birgt ein groĂes Potenzial, jedoch ist noch zu wenig darĂŒber bekannt, ob und wie sich der Einsatz von Lernvideos auf das Lehren und Lernen auswirkt. Es mangelt nicht nur an (empirisch validierten) GĂŒtekriterien, sondern bereits an einer Bestandsaufnahme, wo und zu welchen Themen ErklĂ€rvideos fĂŒr den Fremdsprachenunterricht Spanisch und Französisch zu finden sind. Vorabrecherchen deuten auf eine starke Fokussierung der ErklĂ€rvideoproduzierenden auf GrammatikerklĂ€rvideos hin. In einem ersten Schritt werden anhand einer quantitativen Analyse des Videoportals YouTube Lernvideos mit Bezug zu den Kerncurricula fĂŒr das Fach Französisch und Spanisch identifiziert. Nachfolgend werden ErklĂ€rvideos zu ausgewĂ€hlten Grammatikthemenbereichen erfasst. Zudem werden die dazugehörigen YouTube-KanĂ€le einer nĂ€heren Betrachtung unterzogen. Aufbauend auf dieser Bestandsanalyse sollen im nĂ€chsten Schritt subjektive und objektive QualitĂ€tskriterien von Lernvideos fĂŒr den Französisch- und Spanischunterricht in den Fokus genommen werden.
Emotionales Erleben der mĂŒndlichen Fehlerkorrektur. Eine EinschĂ€tzung von Lernenden im Französischunterricht
Projektstatus: Abgeschlossen Förderung: Reisekosten- und Sachmittelstipendien der Graduate School of Educational Studies der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum, der Ruhr University Research School und der FakultĂ€t fĂŒr Philologie der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum
Mehr darĂŒber erfahren MĂŒndliche Fehlerkorrektur ist ein emotionsauslösender Faktor, darĂŒber besteht Konsens in der Forschung. Welche Emotionen durch mĂŒndliche Fehlerkorrektur ausgelöst werden und welche Faktoren damit zusammenhĂ€ngen, ist jedoch kaum erforscht. Dies verwundert, da Emotionen nicht zu unterschĂ€tzenden Einfluss auf Lernen und Leistung haben. Die zwei Hauptforschungsfragen des Dissertationsprojekts lauten daher: Welche Emotionen können durch mĂŒndliche Fehlerkorrekturen im Französischunterricht ausgelöst werden? Und welche Faktoren stehen im Zusammenhang mit dem Auftreten spezifischer Emotionen im Zuge der mĂŒndlichen Fehlerkorrektur? Die Ergebnisse einer Studie mit ĂŒber 450 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern an Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien in Nordrhein-Westfalen sollen diese ForschungslĂŒcke schlieĂen. Es erfolgte eine quantitativ-qualitative SchĂŒlerfragebogenerhebung, die sich mit der affektiven, kognitiven, physiologischen und motivationalen Komponente im Zuge von mĂŒndlichen Fehlerkorrekturen auftretender Emotionen beschĂ€ftigte, welche durch Unterrichtsbeobachtungen ergĂ€nzt wurde. Die Outcomes der Studie sollen langfristig dazu anregen, die Lehrer*innenausbildung in den Fokus zu nehmen: Die Ausbildung eines emotional vorteilhaften Korrekturstils steht dabei im Vordergrund.
Berichterstattung ĂŒber das Dissertationsprojekt:
Wissing, Frank: âBefragen leicht gemacht. Studierende und Promovierende können kostenlos Evasys nutzenâ, in: RUBENS. Neues Leben. Innovative Lehrprojekte der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum, Jg. 20, Heftnr. 174, 01.12.2013, Link.
ErklĂ€r- und Medienkompetenz von Lehramtsstudierenden fördern, autonomes Lernen bei SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern unterstĂŒtzen
Laufzeit: MĂ€rz â September 2020 Förderung: StudienqualitĂ€tsmittel der Leibniz School of Education (Leibniz UniversitĂ€t Hannover) Fördersumme: 17.850 âŹ
Mehr darĂŒber erfahren Die Nutzung des Videoportals YouTube gehört inzwischen zum integralen Bestandteil des Alltags von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern. Die JIM-Studien der letzten Jahre zeigen, dass das Videoportal bei Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren mit groĂem Abstand zu den beliebtesten Internetangeboten gehört, auf das die Jugendlichen tĂ€glich oder zumindest mehrmals die Woche zugreifen. Dabei wird YouTube nicht nur genutzt, um Unterhaltungsclips zu konsumieren, sondern auch, um sich eigenstĂ€ndig Wissen anzueignen. Das Medium ErklĂ€rvideo hat einen festen Platz in der Lebenswelt der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler eingenommen. Jedoch wĂŒnschen sich 60% der befragten SchĂŒlerinnen und SchĂŒler eine kritische Auseinandersetzung mit YouTube in der Schule und mehr Hilfestellungen fĂŒr die Auswahl geeigneter Videos[1]. Gleichzeitig sieht das Strategiepapier âBildung in der digitalen Weltâ der Kultusministerkonferenz (2016) vor, angehende Lehrerinnen und Lehrer zu âMedienexpertenâ[2] auszubilden. Im Rahmen der Lehrveranstaltung âErklĂ€rvideos im Spanisch- und Englischunterrichtâ im Aufbaumodul Didaktik des Masterstudiums Lehramt an Gymnasien, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mittels forschendem Lernen ihre ErklĂ€r- und Medienkompetenz lerntheoretisch fundiert ausbauen und darĂŒber hinaus ein Konzept entwickeln, das es SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern erleichtert, geeignete ErklĂ€rvideos (mit Bezug zum Fremdsprachenunterricht) auf YouTube und anderen Videoportalen, selbststĂ€ndig auswĂ€hlen und deren inhaltliche GĂŒte einschĂ€tzen zu können. Das Konzept soll in Form eines digitalen Leitfadens von den Studierenden als ErklĂ€rvideo umgesetzt und veröffentlicht werden. Die DurchfĂŒhrung des Projektes erfolgt mit Hilfe von Tablets, die wĂ€hrend des gesamten Seminarzeitraums zur VerfĂŒgung stehen. So wird als Ergebnis den berechtigten WĂŒnschen der SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern nach Hilfe bei der kritischen Auswahl geeigneter Lernvideos nachgekommen und zugleich den Forderungen der KMK bezĂŒglich des Lehramtsstudiums Rechnung getragen, die Studierenden mittels forschendem Lernen unter Einbezug digitaler Technologien fĂŒr die heutigen und zukĂŒnftigen Anforderungen im Lehrerberuf zu befĂ€higen.
Im Rahmen des Projektes entstandene Publikationen:
Wengler (2021) âAuswahl- und QualitĂ€tskriterien von ErklĂ€rvideos zur UnterstĂŒtzung von Lernenden und LehrkrĂ€ftenâ. In: Zeitschrift fĂŒr romanische Sprachen und ihre Didaktik (15/1), 149-165.
Wengler (in Vorb.) âProjektorientiertes Lernen im Inverted Classroom als zeitgemĂ€Ăes Bildungsangebotâ (Arbeitstitel). In: Bechtel, Mark; Dittmann, Lara A.; Fricke, Johanna (Hrsg.): Fremdsprachliche Lehrer*innenbildung digital?, Kolloquium Fremdsprachenunterricht, Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang.